Cédric Waldburger

Head of Ecosystem Growth, Dfinity Foundation, zurich, switzerland
He’s an investor who proudly owns just 64 personal items

FACTS

About DFINITY

DFINITY is a blockchain based world computer network that is powerful enough to host business applications at scale. The network features a variety of innovations in the blockchain space. The DFINITY network is self-governing through the use of an adaptive network called the Blockchain Nervous System (BNS). The network is also capable of achieving transaction finality at an average speed of 5 seconds due to advancements in random number generation and selection. The DFINITY protocol uses Verifiable Random Functions (VRFs), BLS Cryptography and the Threshold Relay technique (powered by a random beacon) to achieve these speeds. This technology is aimed at developers who would like to create and run smart contracts on a blockchain network. DFINITY is also attractive for businesses seeking an enterprise solution that can lower (human capital based) costs with benefits such as speed, security and scalability.

Ein Paradiesvogel aus der Internetwelt

From NZZ

Der Tech-Unternehmer Cédric Waldburger ist ein wenig Nerd und radikaler Minimalist: Er besitzt nur noch 64 Dinge.

Cédric Waldburger begann aus Liebe zu programmieren. Mit sechs Jahren verlor er sein Herz an ein Mädchen aus der Schule. Seine Angebetete direkt anzusprechen, getraute er sich aber nicht. Deshalb programmierte Waldburger kurzerhand eine «Liebst-du-mich-App». Er konnte so seiner Mitschülerin stumm eine Diskette überreichen, damit das Programm für ihn herausfinden konnte, ob sie seine Liebe erwiderte.

Diese Geschichte aus seiner Kindheit erzählt Waldburger in einem Zürcher Café und meint dazu: «Ich habe mich als Jugendlicher immer etwas anders, ein wenig fremd gefühlt.» Heute ist Waldburger jedoch kein schüchterner Primarschüler mehr, sondern das Schweizer Gesicht von Dfinity, einem neuen Blockchain-Projekt, das soeben weitere 100 Mio. $ aufgenommen hat. Die Episode aus der Schule ist der Anfang seiner Antwort auf die Frage, wie er denn zu Dfinity gefunden habe. Was weit ausgeholt daherkommt, ist es am Ende gar nicht. «So richtig wohl gefühlt habe ich mich als Kind erst in der Pfadi unter Älteren», sagt Waldburger und erzählt, wie er dort Fabian Villiger kennenlernte. Mit dieser Begegnung begann sein unternehmerischer Werdegang.

Raus aus der Schweiz

Die zwei Freunde programmierten über ein Wochenende eine Website für die Pfadi. Es war die Zeit, in der alle eine Präsenz im noch jungen World Wide Web wollten. Die Nachfrage nach entsprechenden Services war riesig, und so gründeten die beiden bald eine Firma. Als Waldburger Elektrotechnik zu studieren begann, nahm das Geschäft an Fahrt auf – und es brachen harte Zeiten an. «Am Tag lernte ich, und in der Nacht programmierte ich.» Die Doppelbelastung hinterliess Spuren, der Jungunternehmer befindet im Rückblick, damals doch sehr gestresst und unausgeglichen gewesen zu sein.
Ein von der ETH vorgeschriebenes Praktikum sollte für Waldburger dann einen Wendepunkt darstellen. Der damals 22-Jährige zog nach New York, um für das soziale Netzwerk A Small World zu arbeiten – die Firma machte kürzlich mit Kursturbulenzen von sich reden. Es war weniger die Arbeit und mehr die Stadt, die Waldburger zu einem Lebenswandel inspirierte: «In New York war ich fasziniert von der Konzentration an Wissen und von der Vielfalt der Kulturen.» Nach dem Praktikum war für ihn klar, dass er mehr von der Welt sehen musste. Und so begannen seine Wanderjahre. Waldburger gründete in Hongkong eine Online-Anzugs-Schneiderei, arbeitete in London für eine bekannte Investmentbank und schrieb seine Masterarbeit bei einem Startup in Berlin. Aus allen Erlebnissen hat er seine Lehren gezogen. In Berlin erlebte er seine erste Restrukturierung und erkannte, dass eine solche nur funktioniert, wenn sie in einem Schritt erfolgt: «Sonst ist die Firmenkultur dahin.» Bei der mitgegründeten Schneiderei lernte er, bei der Auswahl von Teammitgliedern besser auf das Bauchgefühl zu hören. Im Finanzsektor sah er schliesslich, wie sich motivierte und intelligente Leute ein materielles Gefängnis bauten, immer getrieben, das viele Geld auszugeben, um mit den Kollegen mitzuhalten.

Ganz auf Effizienz getrimmt

«Gerade die Erfahrung in London war prägend. Auch durch sie habe ich zum Minimalismus gefunden», sagt Waldburger. Er begann, über seinen ganzen Besitz Buch zu führen. Dinge, die er nicht benötigte, gab er nach und nach weg. Am Schluss war er bei 64 Gegenständen angelangt, die er wirklich brauchte und die er heute noch besitzt. Die Wohnung hat Waldburger am Ende ebenfalls gekündigt, er sei ohnehin permanent auf Achse. Auch sonst ist der Unternehmer ganz auf Effizienz und permanente Verbesserung getrimmt. So hält er alle drei Monate inne und zieht eine Bilanz in diversen Lebensbereichen, um sich weiter zu optimieren. Nach seinem Lebenswandel hin zum Minimalismus gründete Waldburger zusammen mit Villiger eine neue Firma, um Startups zu finanzieren. Der Investitionsfokus liegt dabei auf digitalen und leicht skalierbaren Geschäftsmodellen sowie auf E-Commerce-Firmen, die Nischen bedienen; unter anderem haben sie in den Schweizer Sextoy-Shop Amorana und die Studenten-App Jodel investiert. Vor rund zwei Jahren wurde es Waldburger aber wieder zu langweilig, oder wie er es im Management-Jargon ausdrückt: «Die Lernkurve wurde zu flach. »Waldburger startete neue unternehmerische Projekte, eines davon war Dfinity. Er half dem Dfinity-Vordenker Dominic Williams mit der Gründung der gleichnamigen Stiftung in Zug. Mehrere Finanzierungsrunden folgten; mittlerweile hat das Blockchain-Startup fast 200 Mio. $ aufgenommen. «Vor kurzem wurde ich dreissig, und nun scheint mehr Fokus in mein Leben zu kommen. Beruflich steht jetzt Dfinity im Zentrum, und vergangenen Monat habe ich mich auch verlobt.» Als Trauzeuge amtet, wie könnte es anders sein, sein alter Pfadifreund und Geschäftspartner Villiger – die Verlobte hingegen ist nicht jenes Mädchen, dem er vor über zwanzig Jahren auf dem Pausenplatz eine Diskette zugesteckt hat.

TICKET

BIOGRAPHY

Cedric Waldburger speaks about being part of the team that later became Dfinity, leading growth at the company, why education might be the killer app for blockchain technology, his motivation and approach to storytelling, differences between Dfinity and other blockchain startups, starting his first company at age fourteen, why mentors are so important, measuring his life in quarters, productivity tools for entrepreneur, his investment theses, why he doesn’t normally invest in ICOs, investing for learning, different types of blockchain entrepreneurs, why he finds the blockchain space so fascinating, how he makes better decision, why he likes simple questions that don’t have simple answers, owning only 64 things, minimalism vs. consumerism, growing up in Switzerland, building “the blockchain state”, what blockchain technology could do for the world, misunderstandings about blockchain technology, and what he’s still learning as an entrepreneur.

Cedric holds a master in computer science, and he is a serial entrepreneur, startup founder, investor and blockchain enthusiast since 2012. He co-founded DFINITY – a blockchain startup backed by Andreesen Horowitz – and eight other high-tech companies in Europe and the US. He also has a video blog where he documents his experiences and travels and he produces the video series Inside Dfinity.